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XHTML 2 wird eingestellt

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Published on: 04/07/2009

Es sollte das größte Reformprojekt in der Geschichte des W3C werden. Gestern zog das Gremium für Webstandards den Schlussstrich unter XHTML 2, das schon seit Jahren auf dem Weg zum Fiasko war. Gemäß dem Zeitplan läuft die Frist für die XHTML2-Arbeitsgruppe zum Jahresende ab; eine Fristverlängerung wird es nicht mehr geben.

XHTML 2 war der ambitionierte Versuch, einige der Geburtsfehler von HTML zu korrigieren. Vor allem wollten die Macher der Arbeitsgruppe die SGML-Basis von HTML zugunsten von XML endgültig ad acta legen und den mit XHTML 1.1 eingeschlagenen Weg von Modularisierung und Namensräumen weitergehen. So war geplant, Framesets und Formulare in eigene Webstandards auszulagern (XFrames beziehungsweise XForms). Die XHTML-Arbeitsgruppe versuchte außerdem, den Weg für ein semantisches Web zu bahnen, DTDs für kombinierte Dokumentformate zu definieren (etwa XHTML, SVG und MathML) sowie den Funktionsumfang von Links und URLs zu erweitern.

Trotz zahlreicher innovativer Ansätze (etwa der leichteren Einbindung von Bildern oder eigenen URLs für jedes Frameset) stieß die 2002 begonnene Totalsanierung der Webstandards der 90er-Jahre von Anfang an auf wenig Gegenliebe. Vor allem Browserhersteller kritisierten die Entwürfe, die mit bisherigem (X)HTML inkompatibel sind, als praxisfremd. Da sie sich in der Arbeitsgruppe um Steven Pemberton schlecht repräsentiert sahen, gründeten Mitarbeiter von Mozilla, Opera, Google und Apple 2004 die WHATWG, um die HTML-Entwicklung unter dem Motto “maintaining and evolving HTML” selbst in die Hand zu nehmen.

2006 zog W3C-Gründer Tim Berners-Lee persönlich die Notbremse und nahm die WHATWG als konkurrierende HTML-Arbeitsgruppe unter die Fittiche des W3C. Die Rebellen übernahmen also die HTML-Arbeitsgruppe und entwerfen dort das teilweise bereits in Browsern implementierte (X)HTML 5, während die XHTML2-Architekten in eine neu gegründete Gruppe abgeschoben wurden.

In ihrem verbleibenden halben Jahr will sich die Arbeitsgruppe auf Korrekturen in den XHTML-1.1-Spezifikationen konzentrieren. Laut einem FAQ-Dokument soll ein kleiner Teil der Aktivitäten (vor allem die Rollen-Attribute) in der HTML-Arbeitsgruppe fortgeführt werden; auch an XForms arbeitet das W3C weiter, doch dürfte es kaum Teil von HTML5 werden.

Quelle:www.heise.de

Mozilla Bespin – schneller Code-Editor im Browser

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Published on: 13/02/2009

Ben Galbraith und Dion Almaer wollen Webentwickler produktiver machen
Mit Bespin hat Mozilla einen freien Code-Editor im Browser vorgestellt. Die Software ist in JavaScript geschrieben und lässt sich von Entwicklern weitgehend an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Hinter Bespin stecken unter anderem Ben Galbraith und Dion Almaer. Die beiden Ajaxian-Gründer waren im Oktober 2008 zu Mozilla gestoßen, um dort eine neue Arbeitsgruppe zu leiten, die sich auf Forschung und Entwicklung von Entwicklerwerkzeugen für das offene Web konzentriert.

Mit Bespin 0.1 haben sie ein erstes Ergebnis ihrer Arbeit veröffentlicht. Dabei soll die Software mehr werden als ein einfacher Editor. Ziel der beiden ist es, ein offenes, erweiterbares und webbasiertes Framework zum Schreiben von Code zu kreieren, das die Produktivität von Entwicklern erhöht.

Um das zu erreichen, muss Bespin nach Meinung von Galbraith und Almaer einige wesentliche Designprinzipien einhalten. Der Editor muss schnellen Zugriff auf den Code gewähren, wahnsinnig schnell sein und auch mit großen Dateien zurechtkommen. Er muss die gemeinsame Arbeit mehrerer Entwickler am gleichen Code in Echtzeit unterstützen und wie vi oder Emacs eine Kommandozeile mitbringen. Zudem sollte der Editor erweiterbar und zugänglich sein, beispielsweise durch Plug-ins und Ubiquity-artige Kommandos. Zuletzt müsse Bespin überall funktionieren – auf jedem Gerät, auf dem ein standardkonformer moderner Browser läuft.

Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun, denn bei Bespin 0.1 handelt es sich noch um einen frühen experimentellen Prototypen. Dieser unterstützt die wesentlichen Editierfunktionen wie Syntax-Highlighting, Rückgängigmachen und Wiederherstellen, eine Vorschau im Browser, den Import und Export von Projekten sowie den Umgang mit großen Dateien. Die bereits vorhandene Kommandozeile unterstützt wesentliche Befehle, lässt sich zudem aber leicht durch eigene Kommandos erweitern, ähnlich wie Ubiquity.

Bei der Implementierung setzen Galbraith und Almaer unter anderem auf das Canvas-Element von HTML 5, mit dem sie die Texteditorkomponente neu implementiert haben. Die gesamte Code-Darstellung sowie die ausblendbaren Scrollbalken sind mit Canvas und JavaScript realisiert. Auf diese Art und Weise sei es möglich, einen wirklich schnellen Editor im Browser zur Verfügung zu stellen, der sich auch bei Dateien mit mehreren 10.000 Codezeilen noch schnell anfühlt, was bei normalen Webeditoren nicht der Fall sei.

Bespin 0.1 steht im Rahmen der Mozilla Labs bespin.mozilla.com zur Verfügung, befindet sich aber noch in einer frühen Entwicklungsphase und ist bestenfalls als Alpha zu betrachten.

Quelle:www.golem.de

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